Die Valois-Trilogie

Alexandre Dumas' drei historische Romane "Die Königin Margot" (auch "Die Bartholomäusnacht", 1845), "Die Dame von Monsoreau" (1846) und "Die Fünfundvierzig" bilden eine zusammenhängende Trilogie, die die turbulente Zeit der französischen Religionskriege im späten 16. Jahrhundert darstellt. Die Romane schildern die Herrschaft der letzten Valois-Könige und die blutigen Konflikte zwischen Katholiken und Hugenotten.

"Die Königin Margot"

Buchseite "La Reine Margot"
Source gallica.bnf.fr / BnF

Der auch unter dem Titel "Die Bartholomäusnacht" bekannte Roman ist zugleich komisch und tragisch. Er schildert die Regierungszeit Karl IX., des vorletzten Königs aus dem Hause Valois. Der labile und kränkliche König wird von seiner Mutter, der mächtigen Katharina von Medici beherrscht. Sie stachelt ihren Sohn dazu an, Zehntausende Hugenotten in der berüchtigten Bartholomäusnacht umbringen zu lassen. Mitten in dieses blutige Gemetzel kommen zwei junge Edelleute, der Graf de La Môle und der Graf de Coconnas. Ersterer ist hugenottisch, letzterer katholisch. Die beiden, die sich zunächst mögen, werden in der Bartholomäusnacht zu erbitterten Feinden, die sich fast umbringen. La Môle wird von der Königin Maguerite gerettet, der Gemahlin des zukünftigen Heinrich IV. Sie verlieben sich ineinander. Coconnas wird von ihrer besten Freundin gesundgepflegt. Die beiden genesen im selben Zimmer und werden schließlich zu Freunden. Ihre unglückliche Liebe verbindet sie miteinander. Beide werden schließlich nach einer Reihe von Intrigen des Mordes an Karl IX. verdächtigt und hingerichtet, obwohl sie unschuldig waren.

"Die Dame von Monsoreau"

Buchseite "La Dame de Monsoreau"
Source gallica.bnf.fr / BnF

Der zweite Roman setzt 1578 ein, sechs Jahre nach dem Massaker der Bartholomäusnacht. Heinrich III. ist nun König, muss sich aber mit zahlreichen Verschwörungen auseinandersetzen, die von seinem eifersüchtigen Bruder François, Herzog von Anjou, angeführt werden. Im Mittelpunkt steht die tragische Liebesgeschichte zwischen Louis de Bussy d'Amboise, einem loyalen Edelmann und Favoriten des Herzogs von Anjou (dem Bruder des Königs), und Diane de Méridor, der (unfreiwilligen) Frau des Grafen von Monsoreau. Nach einem Hinterhalt wird der verwundete Bussy von Diane gerettet und gesundgepflegt, woraufhin sich die beiden unsterblich ineinander verlieben. Parallel dazu entfaltet sich eine komplexe politische Intrige mit Rivalitäten zwischen den königlichen Brüdern, den Favoriten des Königs und der aufstrebenden katholischen Liga. Der Roman endet mit dem Tod Bussys und mehrerer Favoriten in einem Duell im Juni 1578.

"Die Fünfundvierzig"

Buchseite "Les Quarante-Cinq"
Source gallica.bnf.fr / BnF

Der dritte Roman führt die Geschichte unter Heinrich III. fort und dreht sich um die Rache der Diane de Méridor für den Mord an ihrem Geliebten Bussy. Im Zentrum stehen die 45 gascognischen Schwertkämpfer, die als Leibwächter für Heinrich III. dienen. Diese Figuren basieren auf realen historischen Personen, ähnlich wie die Musketiere in Dumas' berühmterer Trilogie. Der Roman setzt die Darstellung der politischen und religiösen Turbulenzen fort, die Frankreich in dieser Epoche prägten. Der Roman endet nicht mit einem klassischen Triumph, sondern mit dem Gefühl eines unausweichlichen Übergangs – dem Ende der Valois und dem Heraufziehen einer neuen Epoche.

Deutsche Buchausgaben und digitale Fassungen

Nur die "Bartholomäusnacht" ist aktuell als Taschenbuch in einer deutschen Übersetzung von einem bekannten Verlag erhältlich. Da die Urheberrechte auf die Texte erloschen sind, gibt es auf Amazon diverse eBook-Veröffentlichungen und auch einige Taschenbuchausgaben von alten Übersetzungen der beiden anderen Romane.

Außerdem kann man den ersten und den letzten Roman bei Projekt Gutenberg lesen:

"Die Königin Margot" (auch: "Die Bartholomäusnacht")

"Die Fünfundvierzig"

Verfilmungen

Nur "Die Bartholomäusnacht" wurde verfilmt und für das deutschsprachige Publikum synchronisiert.